Nachbilder:

Farbige Nachbilder

Anleitung zum Erkennen von farbigen Nachbildern:

Zunächst 20 sec den oberen schwarzen Punkt zwischen der roten und grünen Flä- che betrachten. Dann auf den schwarzen Punkt auf der weißen Fläche starren. Nach ca. 3 sec erscheint auf der linken Fläche ein Quadrat in blass blaugrün und rechts in blass lila. Nach kurzer Zeit ist das Blatt dann wieder weiß. Unten funk- tioniert das genauso, bloß das jetzt im weißen Bereich die Farben blass blau und blass gelb genau entgegengesetzt auftauchen.

Wie kommt es nun zu den entgegengesetzten Farben ?

Die Farbrezeptoren in der Netzhaut “gewöhnen” sich an die betrachtete Farbe und werden für diese Farbe unempfindlicher. Wenn man danach die weiße Fläche betrachtet erreicht die Sehzellen ja wieder weißes Licht, das alle Farben enthält. Es wird dann weniger von der vorher betrachteten Farbe erkannt - das Auge ist für diese Farbe vorübergehend “unempfindlicher” geworden - und insofern kann das weiße Papier zunächst nicht weiß erscheinen, sondern in der “Gegenfarbe”.

Die Gegenfarbe ist sozusagen die Summe aller restlichen Farben im Gesamtfarbspektrum (weiß enthält ja alle Farben, s. Farbensehen) ohne die vorher gesehene Farbe.Nach kurzer Zeit hat sich das Auge - bzw. die Farbrezeptoren - jedoch wieder umgestellt und sieht wieder weiß. Da die Gegenfarbe von Blau z.B. Gelb ist, kommt es unten zum Austausch der Farben.

Bedeutung im Alltag:

Ein Beispiel ist die Kleidung und die Operationstücher in Operationssälen. Sie sind meistens grün oder blau- grün. Diese Farben wurden gewählt, um denNachbild-Effekt zu unterdrücken. Betrachtet der Chirurg lange Zeit die rote Operationswunde würde er beim Aufblicken ein blaugrünes Nachbild sehen. Erfahrungen haben gezeigt, dass das aber Übelkeit hervorruft. Auf dem grünem Untergrund des Op-Tuches oder dem Operationskittel des gegenüberstehenden Assistenten ist der Effekt praktisch ausgeblendet. Zusätzlich ist grün auch relativ blendfrei.

(Stand 18.11.2013)