Zysten an den Lidern:

Patient 1

Sehr häufig kommen im Lidbereich sogenannte Talgretentionszysten vor. Meist sind sie noch kleiner als oben und selten sind sie so groß wie der Fall unten, da die Patienten aus kosmetischen Gründen in der Regel früher kommen um sich das entfernen zu lassen.

Patient 2

Patient 2 nach Operation

Die beiden Photos zeigen den Befund vor und nach Entfernung.

Was ist denn das ?

Hier hat sich Talg unter der Haut angesammelt und abgekapselt, statt wie sonst üblich aus den Talgdrüsen (Poren) der Haut herauszukommen und letztere zu fetten und zu schützen. Da es hier keine Öffnung gibt, nützt es auch nichts wie bei einem “Pickel” darauf herumzudrücken. Es wird nichts passieren ausser blauen Flecken und Schmerzen. Aus gutem Grund wird sich auch die Kosmetikerin weigern, so nahe am Auge “herumzustechen”. Also landet es beim Haut- oder Augenarzt.

Ist das sowas wie ein Gerstenkorn ?

Nein, das Gerstenkorn ist ein entzündlich eitriger Prozeß und durch seine Schmerzen und die umgebende entzündliche Rötung leicht zu unterscheiden. Die Retentionszyste tut nämlich überhaupt nicht weh.

Wie macht man das weg ?

In der Regel wird ein Augenarzt diese Stelle anritzen und den Talg vorsichtig entfernen. Für kleinere Veränderungen geht das ohne Betäubung und bei größeren wie oben rechts, ist manchmal eine örtliche Betäubung ganz “nett”. Die sticht aber genauso und insofern hängt es ein bißchen an der Angst des Betroffenen. Das untere Bild oben rechts zeigt den Befund eine Woche nach Entfernung.

Womit kann man das verwechseln ?

Lidhautzyste Lidzyste

So ähnlich aussehend aber eher durchsichtig wie eine Wasserblase, ist die Hautzyste im Lidbereich (s. 2 Beispielsbilder oben). Hier hat sich unter der Haut eine “Wasserblase” gebildet, die nicht mehr weggeht und eher größer wird. Wie andere Wasserzysten im Körper (z.B. im Knie) kann man sie anstechen (sterile Kanüle) und dann ist sie vorübergehend weg und füllt sich aber mit der Zeit wieder. Man muß die Hülle dieser Zyste entfernen, um endgültigen Erfolg zu haben. Dies ist ein harmloser kleiner operativer Eingriff in örtlicher Betäubung. Eine ähnliche Blase gibt es auch auf der Oberfläche des Auges selbst, die Bindehautzyste. Von Eigenexperimenten mit der Stecknadel ist aber unbedingt abzuraten.

(Stand 28.03.2015)