Ultraschall in der Augenheilkunde:

Was ist Ultraschall ?

Ultraschall ist Schall oberhalb des menschlichen Hörvermögens. Bei der Ultraschalluntersuchung wird ein Schallkopf auf das zu untersuchende Organ gesetzt und sendet Schallwellen aus. Am Echo der Schallwellen das aus dem untersuchten Gewebe zurückgeworfen wird, kann der angeschlossene Computer erkennen, wie weit ein unter der Oberfläche gelegener Gegenstand entfernt ist und welche Schalleigenschaften er hat. Daraus werden dann Entfernungen (A-Bild, Biometrie) oder ein Bild (B-Bild) errechnet. Im Prinzip funktioniert das wie bei einer Fledermaus, die Schreie ausstösst und an der Dauer bis das Echo zurückkommt und am veränderten Klang erkennen kann, wie weit weg und welche Form ein Gegenstand hat.

Ist Ultraschall gefährlich ?

Genauso wie Musik bis zu einer bestimmten Lautstärke nicht schaden kann, stellt die Ultraschalluntersuchung für den Körper keine Belastung dar. Sie kann beliebig oft wiederholt werden und wird deswegen auch ohne Bedenken zur Untersuchung von Ungeborenen im Mutterleib verwendet.

Wie wird am Auge untersucht ?

Ultraschalluntersuchung am Auge

Auf das meist geschlossene Augenlid wird ein Gelee aufgetragen und der Schallkopf aufgesetzt. Auf dem Bildschirm erkennt der untersuchende Arzt dann, was im Auge oder hinter dem Auge los ist (siehe Bild oben). Für Längen- oder Dichtevermessungen am Auge muß der Schallkopf meist direkt auf das Auge gesetzt werden. Dies schmerzt aber nicht, da die Oberfläche vorher mit Augentropfen betäubt wird.

Was kann man damit am Auge sehen ?

Das komplette Innenleben des Auges und einen Teil der Augenhöhle mit den Muskeln und dem Sehnerv bzw. genaue Entfernungen im oder hinter dem Auge können bestimmt werden.

Ultraschallbild des ganzen Auges

Übersichtsbild des Auges: Der Schallkopf (Standardschallkopf) wurde im Bild oben auf das geschlossene Auge aufgesetzt. Der Schallstrahl geht senkrecht durch die Linse bis zur Hinterwand des Auges mit der Netzhaut. Dahinter zeigt sich der in der Augenhöhle befindlichen Sehnerv. Im Bild unten wird der vordere Bereich noch einmal größer dargestellt. Vergleiche auch die schematische Skizze eines Querschnittes des Auges.

Bei welchen Erkrankungen oder Beschwerden am Auge wird er eingesetzt ?

Bei unklaren Schmerzen hinter dem Auge, bei fehlendem Einblick in das Auge (z.B. bei starkem grauem Star), bei Schwellungen hinter dem Auge (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), bei Verdacht auf einen Tumor in oder hinter dem Auge (s. Tumore), bei Netzhautablösungen, etc. Die Längen- und Dichtevermessungen werden zur Verlaufskontrolle von Tumoren oder im Rahmen der Vermessung (Ultraschall-Biometrie) des Auges in Vorbereitung der Grauen-Star-Operation eingesetzt.

Hochauflösender Ultraschall:

Unten sieht man den vorderen Bereich des Auges im Schnitt von vorne nach hinten. Die Hornhaut wölbt sich kuppelförmig vor und in der Ecke wo Iris und Hornhaut zusammentreffen (von vorne ist dies der Bereich zwischen dem bunten und dem weißen Teil des Auges) befindet sich der Kammerwinkel. Dies ist der Ort an dem die Augenflüssigkeit abfließt. Bestehen hierbei Probleme liegt ein grüner Star vor. Ein solches Bild kann man neuerdings auch mit dem OCT anfertigen.

Ultraschallbild des Kammerwinkels

Gibt es Alternativen zum Ultraschall ?

Die meisten anderen bildgebenen Verfahren (Kernspinntomographie, Computertomographie, OCT) sind aufwendiger, teurer oder auch belastender. Insofern ist der Ultraschall zunächst für alles in der Augenhöhle mal erste Wahl. In der Längenmessung des Auges wird der Ultraschall derzeit allerdings von der opischen Biometrie abgelöst. Siehe unter Operation des Grauen Stars.

Wird Ultraschall ausser für die Diagnostik noch für andere Dinge in der Augenheilkunde benutzt ?

Ja, einerseits gibt es Geräte zum Reinigen von Brillen, wo Ultraschallwellen in einem Wasserbad die Schmutzteilchen von der Brille “rütteln” und andererseits wird bei der Operation des Grauen Stars die trübe Augenlinse mit Ultraschall zerkleinert, man nennt das mit einem Fremdwort: Phakoemulsifikation (Ultraschallverflüssigung).

(Stand 19.07.2016)