Erkrankungen des Glaskörpers:

Der Glaskörper (s.u. Bestandteile des Auges ) ist der "Gelee" der den hinteren Innenraum des Auges auspolstert. In Kindheit und Jugend füllt er die hinteren 2/3 komplett und gleichmäßig aus. Später finden hier Schrumpfungsprozesse statt (s.u.). Er kann genaugenommen nicht erkranken, da er kein Organ, sondern nur eine Struktur im Auge ist aber er kann sich verändern und durch Erkrankungen in seinem Umfeld beeinflusst werden. Sind diese mit Trübungen verbunden, nimmt das Sehvermögen ab.

Alterung:

Mit zunehmendem Alter fängt der Glaskörper an sich zu "entmischen", die gelartigen Substanzen lösen sich von der netzartigen Grundstruktur (s. Bild unten) und es gibt dann flüssigere und festere Teile in dem "Gelee". Die jeweiligen Grenzflächen machen sich als kleine Fussel, Punkte, Fäden oder wie "Amöben unter einem Mikroskop" optisch bemerkbar, insbesondere wenn man gegen eine weisse Wand oder den blauen Himmel schaut. Meist wird ihre Wahrnehmung jedoch vom Gehirn unterdrückt. In völlig entspanntem Zustand aber auch im Stress fallen sie einem mehr auf. Man spricht auch von "Fliegenden Mücken" oder "Mouches volantes".

Glaskörpertruebungen

Auf dem obigen Bild sieht man links des hellen schmalen Lichtstreifen der Spaltlampe auf der Hornhaut und den Lidkanten, daneben einen breiteren hellen Streifen der die Linse "durchschneidet" und rechts daneben die hellen streifigen Strukturen in der dunklen Pupille. Dies sind die "Kollagenfasern", die das Grundgerüst des Glaskörpers ausmachen und die so deutlich erkennbar sind, da sie nicht mehr gut mit der restlichen Substanz verbunden sind.

Im weiteren Verlauf der Alterung kommt es zur sogenannten Glaskörperabhebung. Durch die Schrumpfungsprozesse des Glaskörpers im höheren Alter löst er sich von der Netzhaut - an der er ursprünglich haftet - ab (Glaskörperabhebung). Es kann durch anfänglich verbliebene Anheftungszonen am Rand zu Zug an der Netzhaut und zum Wahrnehmen von Blitzen im Bereich dieser Anheftungszonen kommen. Nehmen die Blitze plötzlich stark zu, sollte die Pupille weitgetropft und überprüft werden ob die Netzhaut eingerissen, ein Netzhautoch entstanden ist und womöglich eine Netzhautablösung droht.

Löst der Glaskörper sich nicht komplett ab und verbleiben Reste seiner Randschichten (Glaskörpergrenzmembran) an der Netzhaut haften, kann es zu narbigen Veränderungen an der Netzhautoberfläche kommen, die entweder die Netzhaut fälteln (Epiretinale Gliose) oder an der Netzhautmitte (Makula) ziehen und dort ein Loch (Makulaforamen) reissen. Beides führt zu Verzerrungen beim Sehen (Metamorphopsien) und Abfall des Sehvermögens. Näheres zu diesen Erkrankungen unter Netzhauterkrankungen.

Blutungen:

Im Rahmen von Verletzungen, Netzhauteinrissen oder krankhaften Gefäßneubildungen (z.B. Diabetes, Blutgefäßverschlüssen in der Netzhaut, Makuladegeneration und dergl.) kann es zu Einblutungen in den Glaskörper kommen. Man sieht dann nur noch Nebelschwaden und schemenhaft. Hier muss die Grunderkrankung behandelt werden und wenn das Blut nicht von selbst aufgesaugt wird muss eine Vitrektomie, das heißt eine Entfernung des ganzen Glaskörpers mit dem Blut erfolgen.

Entzündungen:

Durch Entzündungen im Auge wie die Uveitis kann es zu Trübungen des Glaskörpers kommen. Ist der Glaskörper selber mit Entzündungszellen betroffen nennt man das Vitritis (Glaskörperentzündung).

Narbenstränge:

Verändert sich der Glaskörper strangförmig nach Verletzungen oder z.B. bei der Zuckererkrankung, kann er die Netzhaut einreissen. Es kommt zur Netzhautablösung. Dann muß er mit den Narbensträngen entfernt werden, die sogenannte Vitrektomie (Glaskörperentfernung).

Asteroide Hyalose:

Asteroide Hyalose

Die Asteroide Hyalose oder auch Synchisis nivea ist eine Glaskörpertrübung durch die Einlagerung von fetthaltigen Calciumsalzen an das Glaskörpergerüst. Die Ursache ist unklar, es tritt meist einseitig auf und erstaunlicherweise ist das Sehvermögen nicht herabgesetzt und was einen endgültig erstaunt ist die Tatsache, dass der Patient diese weißlichen, glänzenden, runden Trübungen ("Schneegestöber") selbst gar nicht bemerkt, während der Arzt kaum in das Auge hineinsehen kann und die Netzhaut beurteilen kann. Der Untersucher fühlt sich, als wenn man durch eine von diesen Weihnachtsschneekugeln schauen muss. Da der Patient in der Regel nicht eingeschränkt ist, ist auch nur selten eine Therapie notwendig. Wenn es doch störend sollte, kann man nach Abwägung der Risiken und Vorteile über eine Glaskörperentfernung (Vitrektomie) nachdenken.

(Noch in Bearbeitung)

(Stand 13.06.2019)