Auf dieser Seite sollen die Bestandteile des Au- ges und seiner unmittelbaren Umgebung, sowie die jeweilige Funktion aufgeführt werden. Die blau eingefärbten Links verbinden mit Seiten dieser Homepage, auf denen die mögliche zu- gehörige Funktionsstörung oder Erkrankung näher erläutert wird.

Zur besseren Vorstellbarkeit kann man ggf. auf die bildliche Ansicht des Auges von vorne und aussen und den schematischen Aufbau des Auges klicken.

Augenhöhle (=Orbita): Enthält das Auge, den Sehnerv und die Muskeln, die das Auge bewe- gen. Zusätzlich Fett als Polstermaterial und viele kleine Blutgefäße und Nerven zur Versorgung der oben genannten Bestandteile. Die Wände sind aus Knochen. Bei Verletzungen und plötz- lichem starken Druck von vorne (Tennisballauf- prall z.B. -> vergleiche Unfälle am Auge) kön- nen sie brechen, das Auge verlagert sich und Doppelbilder werden gesehen.

Iris

Die Untersuchung der Augenhöhle erfolgt mittels Ultraschall oder Kernspintomographie.

Muskeln: 6 Stück davon setzen am Auge an, ziehen nach hinten in die Augenhöhle und bewegen das Auge. Sind sie oder ihre Steuerung (Nerven, Gehirn) nicht in Ordnung kommt es zum Schielen. Ein weiterer Muskel hebt das Oberlid und ein Ringmuskel um das Auge schließt die Augen. Funktioniert der Oberlidheber nicht richtig, kommt es zur Ptosis. Funktioniert der Ringmuskel nicht richtig, wie dies bei einer Gesichtslähmung vorkommt, lässt sich das Auge nicht richtig schließen (Lagophthalmus).

Augenbrauen: Am oberen Rand der Augenhöhle sitzen mehr oder minder buschige Haare in der Haut, die schräg nach aussen wachsen und so das Auge vor dem Stirnschweiß schützen und ihn nach der Seite ableiten.

Lider: Schützen und pflegen das Auge. Können durch Liderkrankungen, Verletzungen und altersbedingte Erschlaffung (Umklappen, ”Hängelider”) in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Sie haben einen mehr- schichtigen Aufbau um ihrer besonderen Aufgabe gerecht zu werden. Aussen werden sie von einer beson- ders dünnen Haut bedeckt. Um das Lid in seiner Beweglichkeit nicht zu behindern, ist sie auch verschieblich und nicht fest mit den Unterschichten verbunden, wie die Haut im restlichen Gesicht. Es gibt keine polsternde Fettschicht darunter, wie sonst im Hautbereich, da das Lid sonst zu steif werden würde (Ausnahme sind asiatische Lider). Die Schicht unter der Lidhaut ist sehr locker und lässt daher leicht Wassereinlagerungen (Ödeme) und damit Schwellungen zu. Dann kommt die Muskelschicht, die ringförmig um das Auge verläuft und dem Zukneifen dient. Darunter ist eine faserige Platte (Tarsus), die der Versteifung der Lider dient. So können sie nicht einfach umklappen. Auf der Innenseite ist die Bindehaut (s.u.). Weiterhin enthalten die Lider fettbildende Drüsen, die die Lidkante schmieren und den Tränenfilm ergänzen. Hier können sich Gersten- und Hagelkörner bilden. Schließlich gibt es noch an der Lidkante die Wimpern, die das Abblenden des Auges unterstützen und einen reflexartigen Lidschluß bewirken, wenn sie etwas berührt. Insofern unterstützen sie den Schutz des Auges. Im Gegensatz zu den Kopfhaaren, die drei bis 5 Jahre wachsen und dann ausfallen, brauchen die Wimpern nur zwei bis drei Monate bis sie ausgewachsene Wimpern sind. Sie sitzen in zwei bis vier Reihen am Ober- und Unterlid und erreichen oben bis zu 12mm und unten maximal 8mm Länge. Versuche sie zu verlängern und zu vermehren reichen von rein kosmetischen (Mascara) bis zu medikamentösen Maßnahmen (siehe Kosmetische Therapie)

Tränen: Werden von verschiedenen Drüsen - den sogenannten Tränendrüsen - im Lidbereich gebildet. Die größte Menge kommt von der großen Tränendrüse seitlich unter dem Oberlid. Hier wird nur eine wässrige Flüssigkeit gebildet. Die Öffnung liegt in der inneren Schleimhautlidfalte unter dem Oberlid. Fettige Bestandteile kommen von den Drüsen an der Lidkante und schleimige Bestandteile der Tränen stammen aus den Drüsen der Bindehaut. Die Tränen transportieren weiterhin Nähr- und Abwehrstoffe, insbesondere für die Hornhaut. Sie spülen Fremdkörper von der Augenoberfläche und fließen über die Tränenkanäle in die Nase ab. Sie bilden eine Schutzschicht über die Hornhaut, den Tränenfilm. Ist der Tränenfilm nicht intakt bzw. die Zusammensetzung der Tränen gestört oder ihre Menge zu gering, kommt es zu Oberflächenschäden des Auges mit Fremdkörpergefühl und Brennen (z.B. beim sogenannten “trockenen Auge”) oder gar Geschwüren (siehe Hornhauterkrankungen) und Infektionen bis zur Erblindung. Auch eine Sehverschlechterung wird bewirkt.

Tränenwege: (Schema siehe Tränenwegserkrankungen) Sie dienen der Ableitung der Tränen und zieh- en vom inneren Lidwinkel (dort sitzen die Tränenpünktchen, als Eingang) in die Nase. Daher läuft die Nase wenn wir weinen. Augentropfen fließen so in die Nase bzw. wenn wir den Kopf nach hinten halten bis in den Hals. Deswegen kann man manche Augentropfen auch schmecken. Weiterhin bedeutet dies, daß Augen- tropfen nicht nur am Auge wirken, sondern in gewissem Rahmen - nach Aufnahme durch die Mund- schleimhäute - auch im ganzen Körper. Bei Verstopfung der Tränenwege (angeboren oder Folge einer Entzündung), Verletzung oder Überbeanspruchung fliessen die Tränen über die Lidkante und dann über die Wange. Es kommt zu den sogenannten “tränenden Augen”.

Bindehaut (=Konjunktiva): Schleimhaut, die den weißen Teil des Auges (Lederhaut) und die Lidinnenseite überzieht. Man unterscheidet da- her Lidbindehaut und Augapfelbindehaut. Beide sind am Lidansatz miteinander verbunden (For- nix). Die Bindehaut ermöglicht gutes Gleiten der Lider, bildet Teile des Tränenfilms und ist für die Immunabwehr zuständig. Bei Kontakt des Auges mit fremden Stoffen oder Bakterien kommt es zur allergischen, chemischen (Säuren etc.) oder infektionsbedingten Entzündung (Rötung, Tränen, Schleimabsonderung) der sogenannten Kon- junktivitis. Die Bindehaut kann von zahlreichen Bindehauterkrankungen betroffen sein.

Hornhaut (= Kornea): Klares Fenster zum Auge, läßt Licht herein und bündelt es in Rich- tung Linse. Die Brechkraft (s. Refraktion) ist sogar noch stärker als die der Augenlinse. Trübt die Hornhaut bei Schäden oder Erkrankungen ein, verschlechtert sich das Sehen. Sie kann je- doch ausgetauscht werden (Hornhautverpflan- zung).

Augenquerschnitt klein

Größeres Bild siehe unter Aufbau des Auges

 Die Hornhaut hat mehrere Schichten. Besonders bedeutsam für die Klarheit ist die innerste Schicht (Endothel), da diese Schicht die Hornhaut entwässert und dadurch klar hält. Die Intaktheit der äußeren Schicht (Epithel) schützt vor Infektionen und sorgt in Zusammenarbeit mit einem ideal zusammengesetzten Tränenfilm (s.a. Trockenes Auge) für eine spiegelglatte und damit optisch ideale Oberfläche. “Kornea” ist eingedeutscht vom lateinischen “Cornea” für hornartige Haut wegen ihrer Stabilität und Robustheit. Grie- chisch: “keratos”, daher heißt die Hornhautentzündung: “Keratitis” (siehe unter Hornhauterkrankungen), denn die Endung “-itis” steht im griechischen immer für eine Entzündung des Organs.

Lederhaut (= Sklera): Feste (“harte Augenhaut” von griechisch: skleros = hart) weiße Schutzhülle des Au- ges, an der die Augenmuskeln ansetzen. Sie besteht aus massiven Kollagenfasern. Kollagen ist der elastische Teil im sogenannten Bindegewebe des Körpers. 40 Prozent unseres Körpers bestehen aus Kollagenen. Diese äußerste Schicht der Augenwand schimmert in der Kindheit bläulich, da noch sehr dünn, später weiß und im Alter ist sie verdickt und etwas gelblich. Bei schmerzhaften Entzündungen der Lederhaut spricht man von Skleritis. Folge einer Skleritis können örtliche Ausdünnungen (bläuliche Flecken) der Lederhaut sein. Beispiele für Ausdünnungen der Sklera sind auf der Seite Bindehauterkrankungen ganz unten zu sehen.

Iris und Pupille: Die Pupille ist eine kreisrunde Öffnung (“das Sehloch”) in der Iris (wegen ihrer verschiedenen Farben nach “Iris, der Göttin des Regenbogens” auch “Regenbogenhaut” genannt), die Licht in das Innere des Auges läßt. Die Iris ist somit eine farbige Blende für das Auge. Sie zieht sich bei Helligkeit zusammen (Pupille wird enger) und dämpft den Lichteinfall. Eine verlangsamte oder zu geringe Reaktion führt zu Lichtempfindlichkeit

Iris eines Albinos

Bei Verletzung und teilweisem Fehlen der Iris entsteht starke Lichtempfindlichkeit. Sogenannte Albinos (angeborenes Fehlen von Pigment) haben keine Pigmentzellen und dadurch fehlen die das Licht “aufsaugenden” (absorbierenden) dunklen Schichten. Sie sind besonders licht- empfindlich und die rote Hinterwand der Augen schimmert durch die fast durchsichtige Iris hin- durch (siehe Bild links). Die Pupille kann übrigens bei manchen Menschen einen ständi- gen Größenunterschied zwischen beiden Seiten von 1mm aufweisen ohne das dies einen krank- haften Befund bedeutet. Eine 2009 veröffent- lichte Studie zeigte, daß der Pupillendurchmes- ser mit den Alter abnimmt und zwar pro Lebens- jahrzehnt um mehr als ein Drittel Millimeter. 

Eine auf verschiedene Helligkeiten nicht reagierende Pupille auf einer Seite muß unbedingt neurologisch untersucht werden, da sich dahinter schwerwiegende Krankheiten verbergen können. Bei der Geburt hat die Iris noch nicht ihre entgültige Farbe, daher sind die Babyaugen noch grau-blau (Grundfarbe der Iris), gehen nach 2-3 Monaten in die endgültige Augenfarbe über, die sie gemeinhin bis zum 6. Monat errreichen. Es wird behauptet man könne Krankheiten an der Iriszeichnung erkennen (s. Irisdiagnostik). Im Rahmen der Personenerkennung wird sie aufgrund ihrer typischen individuellen Zeichnung eingesetzt (Iriserkennung). Sozusagen der Fingerabdruck des Auges. Interessanterweise haben selbst eineiige Zwillinge keine genaue gleiche Struktur der Iris. Dies liegt daran, daß sich die genauen Merkmale der Iris erst in den ersten Lebensmonaten, nach einem zufallsgesteuerten Programm entwickeln.

Vorderkammer: Der Hohlraum innerhalb des Auges zwischen Iris und Hornhaut. Enthält Flüssigkeit, die die Hornhaut ernährt, das sogenannte Kammerwasser. In den seitlichen Ecken befindet sich der Kammerwinkel durch den die Augenflüssigkeit abläuft. Ist dieser verengt, steigt der Druck im Auge. Es kommt zu einer bestimmten Form des grünen Stars (Engwinkelglaukom). Ist der Kammerwinkel weit aber trotzdem der Abfluß durch die feinen Maschen des dort sitzenden Trabekelwerks vermindert, steigt auch der Druck und man spricht vom Weitwinkelglaukom. Im Unterschied zur Vorderkammer spricht man bei dem Teil des Auges, der hinter der Iris liegt von Hinterkammer

Augenlinse: Kleine natürliche zur Scharfstellung des Bildes der Umgebung aktiv verformbare “Lupe” hinter der Pupille. Trübt sie im Alter ein, spricht man von grauem Star (Cataract). Dieser kann entfernt und das Sehen wieder verbessert werden. Beim normalen Auge ohne Sehfehler ist sie im entspannten Zustand für die Ferne scharf gestellt. Für die Nähe muß sie durch Muskelkraft verformt werden (Akkommodation). Die Augenlinse ist aufgehängt an den Linsenbändern (Zonulafasern), die zum Ziliarkörper (s.u.) ziehen.

Ziliar- oder Strahlenkörper: Sitzt in der Ecke hinter der Iris. Dort wird die Augenflüssigkeit, die durch den Kammerwinkel abfließt ständig neu gebildet. In ihm sitzt auch der ringförmige Muskel (Ziliarmuskel), der durch Anspannung die Linse verformt und so das Nahsehen ermöglicht. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation. Klappt das mit zunehmendem Alter nicht mehr, spricht man von Altersweitsichtigkeit (ab dem 45.-50. Lebensjahr), eine Lesebrille wird notwendig.

Glaskörper (=Corpus vitreum): Der überwiegend aus Wasser bestehende durchsichtige “Gelee”, der den hinteren Teil des Auges (zwischen Augenlinse und Netzhaut) ausfüllt, nimmt etwa 2/3 des Augapfelvolumens ein. Er schützt und stützt die Netzhaut und das Auge. Durch seine elastische Struktur wirkt er wie ein Stoß- dämpfer wenn plötzlich Druck auf den Augapfel ausgeübt wird. Alterungsprozesse, die die gleichmäßige Zusammensetzung des Glaskörpers verändern und zu Verdichtungen führen, machen sich als “fliegende Mücken” bemerkbar. Schrumpft er im höheren Alter und löst sich von der Netzhaut ab (Glaskörper- abhebung), kann es zum Wahrnehmen von Blitzen kommen. Verändert er sich strangförmig nach Verletz- ungen oder z.B. bei der Zuckererkrankung, kann er die Netzhaut einreissen. Es kommt zur Netzhaut- ablösung. Dann muß er entfernt werden, die sogenannte Vitrektomie (Vitreus = der Glaskörper). Es gibt spezialisierte Augenchirurgen, die sich insbesondere mit Operationen im und am Glaskörper beschäftigen, der sogenannten Glaskörperchirurgie. 1863 ist dies zum ersten Mal beschrieben worden aber erst seit 1971 funktioniert dies akzeptabel. Heute ist dies ein für das Auge relativ schonender Routineeingriff.

Netzhaut (=Retina): Die lichtempfindliche Innenauskleidung des Auges, in der verschiedene Sinneszellen sitzen. Die Stäbchen sind für das Schwarz/Weiß-Sehen zuständig und sind lichtempfindlicher. Sie sind mehr am Rande der Netzhaut konzentriert und im Zentrum (Fovea) fehlen sie. Die Zapfen sind für das Farbensehen zuständig. Im Zentrum sind ausschließlich Zapfen und sie sind am dichtesten (vergleiche auch Zahlen zum Auge) “gepackt”. Daher können wir hier auch die kleinsten Dinge unterscheiden. Sie sind aber weniger lichtempfindlich, daher sehen wir nachts unschärfer und bei sehr geringer Beleuchtung nur noch grau, d.h. nur noch mit den Stäbchen. Die Netzhaut kann sich ablösen. Wird sie nicht schnellstmöglich operativ wieder angelegt, erreicht sie nie wieder ihre alte Leistungsfähigkeit bzw. man kann erblinden. Die Mitte der Netzhaut heißt Makula oder gelber Fleck, weil sie beim Hineinschauen in das Auge leicht gelblich aussieht. Dieser Bereich ist etwas größer (5,5mm Durchmesser) als die Fovea (1,5mm). Letztere ist das Zentrum der Netzhaut im Allgemeinen und der Makula im Speziellen. Mit der Fovea sieht man noch mal besser als mit dem Rest der Makula. Ihre Mitte wiederum, die Foveola (0,35mm) wird auch “Punkt des schärfsten Sehens” genannt, da wir hier unser bestes Sehen haben (100% bzw. 1,0 siehe Sehtest). Sie ist jedoch so klein, daß man mit der Foveola allenfalls 2 Buchstaben aufeinmal erkennen kann. Für die Orientierung auf einem Blatt Papier ist daher der Rest der Makula und für die Orientierung im Raum, der Rest der ganzen Netzhaut sehr wichtig. Bei der Makulopathie vermindert sich die Funktionsfähigkeit bzw. sterben gar Teile der Netzhaut im Zentrum ab und das Lesevermögen kann verloren gehen. Die Netzhaut wird teilweise (obere/innere Schichten) mit eigenen Blutgefäßen versorgt. Kommt es hier zu Verschlüssen, fällt sie plötzlich teilweise oder ganz aus. In diese Richtung kann man dann nichts mehr sehen. Geht für Minuten auf einem Auge das “Licht aus” (Amaurosis fugax), kann dies ein Vorbote eines drohenden Schlaganfalls sein. Die Netzhaut kann mit einer Lupe bei der Netzhautuntersuchung, der sogenannten Ophthalmoskopie direkt betrachtet werden. Auf der Seite Netzhautbild findet sich auch ein Photo der Netzhaut. Die Bezeichnung “Retina” stammt vom lateinischen “rete”, das heißt “Netzwerk” oder “Netz”, deswegen im Deutschen “Netzhaut”. Der Namensgeber (Galenos von Pergamon, der berühmteste Anatom des kaiserlichen Rom) konnte nur die netzförmigen Blutgefäße der Netzhaut erkennen, da die Nervenschicht mit den Zapfen und Stäbchen durchsichtig ist. Diese Augenschicht ist ansonsten nämlich gar nicht netzförmig. Zahlreiche Netzhaut- erkrankungen können die Netzhaut schädigen und das Sehen beeinträchtigen.

Pigmentepithel: Dunkle Schicht zwischen Netzhaut und Aderhaut. Rechnet mit der Netzhaut zusammen zur inneren Schicht der Augenwand. Dient vor allem der Ernährung der äußeren Netzhaut und hier insbesondere ihrer Lichtrezeptoren. “Vermittelt” sozusagen ernährungstechnisch zwischen Netz- und Aderhaut. Alters- veränderungen, Stoffwechselprobleme, Einriße und Gefäßwucherungen im Bereich dieser Schicht führen zur Makulopathie. Das Pigmentepithel setzt sich fort bis auf die Rückseite der Iris, um hier den Lichteinfall zu dämpfen. fehlt es dort, wird das Auge ständig geblendet, wie beim Albino (so.)

Aderhaut (=Choroidea): Die blutgefäßreiche mittlere Schicht der Augenwand, die der Versorgung dient. Sozusagen der “Nährboden” der Netzhaut. 95% des halben Liters Blut, die pro Minute durch das Auge gepumpt werden, betreffen die Aderhaut.

Traubenhaut (=Uvea): Dies ist die Gesamtheit der mittleren Schichten des Auges. Zu Ihr gehört die Aderhaut, die Regenbogenhaut und der Ziliarkörper. Bei Entzündungen im restlichen Körper (Rheuma, vereiterter Zahn etc.) kann sie - und damit das ganze Auge - sich mit entzünden. Man spricht von Uveitis. Auch diese Schicht verdankt Ihren Namen ihrem Aussehen wenn man das Auge in Schichten zerlegt.

Sehnerv (=Nervus opticus): Beginnt hinten am Auge, zieht zum Sehzentrum im Gehirn und gibt die Sehinformationen aus der Netzhaut weiter. Wird er durch Tumore, Blutungen, Gifte, Entzündungen, Erkrankungen oder Verletzungen beschädigt kommt es zu charakteristischen Ausfällen des Gesichtsfeldes, d.h. in irgendeine Richtung sieht man nichts mehr oder gar zu teilweiser oder völliger Blindheit. Seine Mündung in das Auge nennt man Papille. Bei der Netzhautuntersuchung ist sie gut zu erkennen. Da dies der einzige Teil des Sehnervs ist, den man betrachten kann, leitet man aus den farblichen und Form-Veränderungen viele seiner Krankheiten ab. Ein typisches Beispiel ist der Grüne Star. An dieser Stelle im Auge liegt keine funktionstüchtige Netzhaut vor und man kann mit ihr deswegen auch nichts sehen. Man spricht deshalb vom “Blinden Fleck”. Auf dem Netzhautbild kann man die Papille gut erkennen.

Sehzentrum: Im Hinterkopf liegt der Teil des Gehirns, der die ganzen Sehinformationen bearbeitet. Hier wird versucht aus all den bunten Flecken ein sinnvolles Bild zu machen. Manchmal übertreibt es das Gehirn etwas und es kommt zu den sogenannten optischen Täuschungen. Auch hier kann durch Hirnschlag bzw. Schlaganfall und Tumore (dauerhaft) oder aber durch Migräne (vorübergehend) ein Teil des Sehens verändert werden oder verloren gehen.

Das zugehörige Schema finden Sie auf der Seite: Aufbau des Auges

(Stand 12.01.2012)