Bösartige Geschwülste (Tumore) im Auge:

Neben den äußeren Tumoren auf den Lidern oder z.B. der Bindehaut gibt es auch Tumore (Gewebswucherungen) im Au- ge. Entweder entstehen sie als Tochtergeschwulst (Metastase) über das Blut von einem Haupttumor her (am häufigsten bei Männern der Bronchialkrebs und bei Frauen der Brustkrebs, weiterhin unabhängig vom Geschlecht Tumore des Bauch- raums und der Nieren)  oder sie entstehen von vornherein im Auge zuerst. Der häufigste bösartige Tumor letzterer Art im Auge, ist beim Erwachsenen das Aderhautmelanom (rechts im Bild der graue Bereich -> vergleiche normal aussehende Netzhaut).

Aderhautmelanom

Wie merke ich so einen Tumor im Auge ?

Durch Sehverschlechterung und Sehen von großen Schatten. Leider selten nur durch Schmerzen (wenn ein grüner Star daraus entsteht), da es dann vielleicht früher auffallen würde. Ungünstigerweise ist der Tumor - wenn dem Patienten schon Veränderungen auffallen - meist schon recht groß. Häufig ist die Entdeckung ein Zufallsbefund im Rahmen einer Netzhautuntersuchung. Weitere wichtige Untersuchungen zur Bestätigung sind der Ultraschall und die Angiographie.

Wie wird er behandelt ?

Wenn er nicht schon zu groß ist (wird mit Ultraschall vermessen), wird er durch örtliche Bestrahlung be- handelt. Dabei wird ein radioaktives Plättchen auf das Auge genäht (natürlich mit Betäubung), für einige Tage dort belassen und dann wieder entfernt. Überschreitet er eine bestimmte Größe wird von aussen mit Proto- nen bestrahlt. Ist er auch dafür zu groß oder zeigen die Behandlungen keine Wirkung, bleibt nur die Entfer- nung des ganzen Auges (Enukleation). Generell wird ein Ganzkörpercheckup durchgeführt um Tochterge- schwülste auszuschliessen. Der Augentumor kann allerdings auch selbst eine Tochtergeschwulst sein !

Wie sind die Aussichten ?

Obwohl das Melanom der Aderhaut im Prinzip der gleiche bösartige Tumor ist wie das hochgefährliche Melanom der Haut (“schwarzer Krebs”) sind hier die Aussichten deutlich besser. Grund ist die stabile Hülle des Auges, die Lederhaut (Sklera). Es dauert lange bis der Tumor hier durchkommt. Deswegen kann man bei älteren Patienten es durchaus vertreten - wenn kein besonderes Wachstum bei den Kontrollen sichtbar ist - einfach abzuwarten. Beim jüngeren Patienten wird immer behandelt. Bei rechtzeitiger Entdeckung und einer gutartigen Variante (es gibt da verschiedene histologische d.h. unter dem Mikroskop zu unterscheidende Sorten) ist der Tumor zum Stillstand zu bringen. Heutzutage kann man bereits vor einer eingreifenden Thera- pie durch Probenentnahme überprüfen um welche genetische Variante es sich handelt. Leider gibt es neben der deutlich harmloseren Variante (Disomy 3) auch eine andere (Monosomy 3), die in fast allen Fällen durch Tochtergeschwülste (Metastasen) zum Tode führt.

Was ist denn ein Retinoblastom ?

Hier handelt es sich um den zweithäufigsten im Auge entstehenden bösartigen Tumor. Im Kindesalter ist er sogar der häufigste. In den meisten Fällen wird er bis zum 3. Lebensjahr entdeckt. In 6% der Fälle ist er vererbt worden. Kinder eines an Retinoblastom erkrankten und erfolgreich behandelten Patienten haben so- gar ein Risiko von 50% auch an einem Retinoblastom zu erkranken.

Wie merkt man ein Retinoblastom beim Kind ?

Das häufigste Anzeichen ist die eine (meist nur teilweise) weiße Pupille wie auf dem Bild rechts. Aber keine Angst hier kann es sich auch um einen grauen Star handeln. Dann ist allerdings eher die kom- plette Pupille weiß. Weiterhin verdächtig ist plötzliches einseitiges Schielen. Der Augenarzt kann dann durch die Netzhautuntersuchung und den Ultraschall den Verdacht bestätigen oder ausschließen.

Retinoblastom

Wie wird es behandelt ?

Leider in der Regel durch Entfernung des Auges. Um so tragischer sind die Fälle, bei denen beide Augen betroffen sind. Trotzdem hilft hier nur Konsequenz, da bei zu später Operation die Todesrate sehr hoch wird. Zur Beruhigung, es ist ein seltener Tumor, der nur einmal pro 20.000 Geburten auftritt.

Weitere Seiten im Internet zu diesem Thema:

http://www.augentumor.de/ (über das Aderhautmelanom und das Retinoblastom)

http://www.hmi.de/isl/att/ (über die Protonenbestrahlung)

http://www.retinoblastom-augenkrebs.de/ (private Homepage eines Betroffenen zum Retinoblastom)

(Stand 07.09.2009)