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genlinse auf die Netzhaut und hier sitzen die lichtempfindlichen Zellen, die das Licht wahrnehmen, mittels einer chemischen Reaktion in elektrische Impulse umwandeln und als Information über den Sehnerv an das Sehzentrum weiterleiten (siehe Sehvorgang). Wodurch kann sich die Netzhaut ablösen ?Durch angeborene Schwachpunkte des Gewebes und Alterserscheinungen im äußeren Bereich der Netzhaut (periphere Netzhautdegenerationen), durch Veränderungen im Rahmen höherer Kurzsichtigkeit, Veränderungen des Glaskörpers nach Blutungen und Entzündungen im Auge, sowie nach Verletzungen, können Risse und Löcher in der Netzhaut entstehen. Augenflüssigkeit kann durch diese hinter die Netzhaut laufen und sie dadurch von der Wand abheben (siehe Ultraschallbild abgelöste Netzhaut unten). Man spricht von einer riß- bzw. lochbedingten sogenannten rhegmatogenen Netzhautablösung. Ein weiterer Mechanismus und die zweite große Gruppe sind Flüssigkeitseinlagerungen unter der Netzhaut bei Entzündungen (Chorioiditis, RCS z.B.), Tumoren (Melanom, Karzinommetastasen etc.), Netzhautgefäßerkrankungen (Venenverschlüsse,, Morbus Coats, diabetische Retinopathie z.B.), Allgemeinerkrankungen (z.B. Nierenversagen) oder Bindegewebs- bzw. Narbensträngen, die die Netzhaut auch ohne Loch abheben können. Man spricht von einer flüssigkeitsbedingten sogenannten exsudativen Netzhautablösung. Die dritte Gruppe der Netzhautablösungen entsteht durch Zug von narbigen Membranen im Glaskörper an der Netzhaut. Die sogenannten traktiven Netzhautablösungen. Solche Narben entstehen meist im Rahmen von fortgeschrittenen Veränderungen durch die Zuckerkrankheit oder nach schweren Entzündungen im Auge bzw. nach durchbohrenden Verletzungen. Bei der sogenannten Netzhautspaltung (Retinoschisis), hat sich nur eine Schicht der Netzhaut abgelöst und der Rest liegt noch an. Dies muß meist nur beobachtet werden und führt nur selten zur Ablösung. Warum ist das gefährlich ?Beginnt sie sich abzulösen, muß sie schnellstmöglich mit dem Laser oder durch eine Operation befestigt werden. Der Grund ist, daß die Ernährung der lichtempfindlichen Rezeptoren der Netzhaut ausschließlich von der dahinter gelegenen Schicht der Augenhinterwand (Pigmentepithel und Aderhaut) aus erfolgt. Je länger die Netzhaut daher von ihrer “Unterlage” abgelöst bleibt, desto weniger ist sie in der Lage ihre alte Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen. Wird sie nicht wieder befestigt, sterben die abgelösten Areale ab und teilweise oder komplette Erblindung auf dem betroffenen Auge kann die Folge sein. Wie merke ich eine Netzhautablösung selbst ?Erste Hinweise können das Wahrnehmen von plötzlichen Blitzen und Funken bzw. Sternchen - vor allem bei Kopfbewegungen - sein. Dies ist zwar in der Regel noch keine Ablösung, sondern nur ein Zeichen für mechanische Belastung der Netzhaut, sollte aber vom Augenarzt kontrolliert werden. |
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Bedenklicher ist das Wahrnehmen von zahlreichen dicken “Tropfen” (auch “Rußregen” genannt) vor den Augen. Hier liegt zusätzlich eine Blutung vor. Das Risko für eine Netzhautablösung steigt auf 70% Fällt gar ein ganzer Bereich des Gesichtsfeldes aus, als wenn ein dunkler Vorhang sich davor schieben würde, besteht der dringende Verdacht, daß die Netzhaut sich dort abgelöst hat und muß umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden. Siehe auch die Bilder einer Netzhautablösung unten. Wie kann ich vorbeugen ?Vorbeugend sollten alle Kurzsichtigen über 2 Dioptrien Gläserstärke (Optiker oder Augenarzt fragen) alle zwei Jahre untersucht werden, sowie alle die Netzhautablösungen in der Familie haben bzw. die obigen Warnzeichen wahrnehmen. Nach Verletzungen der Augen und bei Erkrankungen mit Blutungen und Ausbildung von Bindegewebssträngen in den Augen (z.B. Diabetes) muß sowieso regelmäßig die Netz- hautuntersuchung durchgeführt werden und ggf. Veränderungen behandelt werden bevor die Netzhaut sich ablöst. |
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Oben links eine scheinbar normale Netzhaut bei der Netzhautspiegelung. Der Patient sieht beim Gerade- ausblick noch alles. An der Seite nimmt er jedoch einen Schatten wie einen Vorhang war (vergleiche Photo unter Gesichtsfelduntersuchung). Das mittlere Bild und das rechts zeigt beim mehr seitlichen Einblick in das gleiche Auge eine wolkige weißliche Struktur. Dies ist die abgelöste bereits geschwollen Netzhaut. Sollte sie sich bis zur Mitte (Makula = der dunkle Fleck in der Mitte) ablösen, würde das Sehen nie mehr so werden wie es war. Die Netzhaut muß daher schnellstens durch eine Netzhautablösungsoperation wieder angelegt werden. |
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Es werden ambulant kleine “Schweißherde” um die Löcher gesetzt und in der Regel ist dann der Bereich abgesichert. Diese Behandlung merkt man kaum und Betäubungen oder Narkosen sind nicht notwendig. Reicht der Laser nicht, muß evt. das Areal mit Kälte vernarbt werden (Kryokoagulation). Dabei wird aussen im Bereich des Netzhautloches eine Kältesonde aufgesetzt und durch starke Abkühlung eine Narbenentwicklung mittels Erfrierung in Gang gesetzt. Dies ist großflächiger und stabiler als der Laser, geht aber nur mit örtlicher Betäubung, da es sonst schmerzhaft ist. Ist die Netzhaut bereits abgelöst, ist eine große Operation in Narkose notwendig. Weitere Details und Schemazeichnungen zu diesen Operationen siehe auch unter Netzhaut- und Glaskörperchirurgie. Wie sind die Aussichten nach der Operation ?Insgesamt muß man sagen, daß die Netzhautablösungschirurgie eine “Wissenschaft für sich” ist. Egal welche Operation durchgeführt wird, es bleibt ein Risiko der erneuten Ablösung. Reoperationen kommen leider häufiger vor als allen Beteiligten lieb ist und in manchen (glücklicherweise seltenen) Fällen ist es “zum Verzweifeln”. Daher werden die größeren Operationen auch nur von spezialisierten Augenoperateuren - die in der Regel an größeren Kliniken “beheimatet” sind - durchgeführt. Ihr behandelnder Augenarzt wird Sie im entsprechenden Fall weiter- empfehlen. Aufgrund dieser Risiken muß das Auge im Anschluß an eine solche Operation regelmäßig vom Augenarzt kontrolliert werden (Netzhautuntersuchung). In Abhängigkeit von der Dauer der Ablösung und der Schä- digung der Lichtrezeptoren bleibt eventuell eine Seheinschränkung. Entweder sind dies bei Ablösungen im äußeren Bereich der Netzhaut Gesichtsfeldausfälle/-schwächen oder bei Ablösung im Zentrum der Netzhaut, der sogenannten Makula, verbleibt eine dauerhafte Minderung der Sehschärfe. Daher ist es so wichtig, die Ablösung in einem Stadium zu behandeln, in dem noch nicht die Mitte der Netzhaut abgelöst ist. Zunächst muß man nach der Operation aber erst mal abwarten. Die mögliche Erholung der Netzhautfunktion dauert Monate. Erfolgte die Wiederanlegung zu spät (mehrere Wochen nach Ablösung), erholt sich die Netzhaut nicht mehr. Jede Stunde und jeder Tag sind da entscheident. Sinn kann die Operation später aber auch noch machen, um eine völlige Erblindung oder die Entstehung eines schmerzhaften schrumpfenden Auges (Phtisis) zu verhindern. Information im Internet:http://www.netzhaut-selbsthilfe.de/ (Stand 04.05.2010) |