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Beim Gerstenkorn (Hordeolum) und beim Hagelkorn (Chalazion) handelt es sich um gutartige entzünd- liche Verdickungen (Tumore) des Lides. Um es noch einmal zu betonen, “Tumor” heißt in der Medizin nicht zwangsläufig bösartig, sondern nur “Schwellung wo sie normal nicht hingehört” ! |
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Der Talg wird durch die Hitze dünnflüssiger und die Entzündung “angeheizt”. Das Gerstenkorn eröffnet sich so schneller und die Lidkantenform (s. oben 2. Bild) kann man sogar durch Massage zur Lidkante etwas ausdrücken. Bei den Formen ohne Öffnung NIE “dran rumdrücken”. Der Eiter geht so nur tiefer ins Gewebe. Spannt das Gerstenkorn zu schmerzhaft, hilft Kühlen die Schwellung vorübergehend zu mindern. Zur Bekämpfung der Bakterien werden antibiotische Augentropfen und -salben gegeben. Treten häufig wiederkehrend Gerstenkörner auf, soll man auch an einen Diabetes denken. Im reifen Stadium kann man es zur schnelleren Abheilung mit einer Kanüle oder einem Skalpell eröffnen (nur der Augenarzt ! keine Selbst- operation !). Nur in sehr ausgeprägten Fällen oder starker Rückfallneigung werden Tabletten zur antibakteriellen Behandlung von innen gegeben. |
Was ist ein Hagelkorn ?Im Gegensatz zum Gerstenkorn schmerzt das Hagelkorn kaum. Wie eine kleine leicht be- wegliche Erbse sitzt es unter der Haut im Ober- oder Unterlid. Links im Bild bei offenem und da- runter bei geschlossenem Auge. Es verschwindet fast nie spontan und besteht meist schon Monate, bis der Betroffene “es endlich leid” ist. Man spricht von einer “chronischen” Entzündung, im Gegen- satz zum schmerzhaft plötzlich entzündeten Ger- stenkorn. Hier haben sich in einer verstopften Lid- randdrüse die Überbleibsel einer Entzündung aber ohne Bakterien und Eiter abgekapselt. Es handelt sich um eine sogenannte “Sekretverhaltung” und anschließende Bildung von Narbengewebe. Es kann ein ehemaliges nicht komplett abgeheiltes Gerstenkorn sein. Begünstigend wirken auch chro- nische Lidrandentzündungen, meist ist aber keine vorherige Entzündung erinnerlich. Der Kör- per hat den entzündlichen Bereich einfach “ver- packt und abgelegt”. Dadurch “kommt er selbst nicht mehr heran” und der “Zellmüll” bleibt einfach liegen. In der Regel “regt er sich auch nicht mehr darüber auf” d.h. es besteht keine entzündliche Rö- tung und es schmerzt nicht. Selten ist das Ha- gelkorn entzündlich verändert, dann kann es fast wie ein Gerstenkorn aussehen. Wenn nachträglich Bakterien einwandern (sekundäre Infektion) tut es auch plötzlich doch weh. Erst die “Geschichte” weist dann auf die Ursache hin. Schmerzhaftigkeit und Dauer des Bestehens sind die entschei- denden Hinweise..Es gibt allerdings auch Misch- formen und Übergänge. Auf dem Bild unten sieht man am Oberlid ein schon lange bestehendes “ausgeprägtes Exemplar”, daß schon die Lidkante verformt. Es gibt auch kleinere, die nur wie eine kleine Verhärtung unter der Haut im Bereich einer Lidschwellung tastbar sind. |
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Wie kann ich es behandeln ?Beim Hagelkorn sind alle örtlich oder als Tablette angewandten Mittel ohne Erfolg. Im Prinzip kann man entweder damit leben, denn es ist unge- fährlich und stört allenfalls kosmetisch oder man entfernt es in örtlicher Betäubung. Da dies meist von der Lidinnenseite erfolgen kann, sieht man auch keine Narben. Auch bei einem Schnitt von aussen (manchmal sinnvoller) muß man nach der Abheilung keine Narbenspuren fürchten, da die dünne Lidhaut sehr schön und narbenarm ver- wächst. In der Regel sieht man auch hier später nichts. Lässt man es längere Zeit bestehen können jedoch bei größeren Exemplaren Hautverdün- nungen darüber entstehen, die sich rötlich ver- färben. Dann ist es schon “schöner” wenn man es vom Augenarzt entfernen lässt. Schwankungen in der Größe bei längerem Bestehen sollten übrigens nicht zu der Hoffnung verleiten, “das geht schon weg”. Entzündet es sich, muß vor der operativen Entfernung die Entzündung mit Tropfen und Salben behandelt werden. |
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Wie kann ich vorbeugen wenn ich das häufiger bekomme ?Manche Leute neigen zu Hagelkörnern. Entscheidende Vorbedingung für die Entwicklung eines Hagelkorns ist die Verstopfung der Drüsenausgänge. Hierfür kann eine dauerhafte Lidrandentzündung (chronische Blepharitis) oder anlagebedingte Neigung zu verdicktem Drüsensekret mit Stau die Ursache sein. Deswegen kommt dies auch besonders bei Patienten mit bestimmten Hautkrankheiten wie der Rosazea oder der seborrhoischen Dermatose vor, bei denen ja die Haut allgemein entzündet ist bzw. die Talgdrüsen nicht richtig arbeiten. Man sollte daher darauf achten, daß die Lidranddrüsen garnicht erst verstopfen und Krusten gut entfernt werden. Dies ist vor allem mit Lidrandhygiene zu erreichen. (Stand 21.01.2012) |