Was ist ein Gefäßverschluß im Auge ?Wenn in der Netzhaut des Auges ein Blutgefäß “verstopft”, kann es zu Sehverschlechterungen bis zur Er- blindung kommen. Man spricht dann von einem Gefäßverschluss. Unterschieden werden 2 Hauptgruppen: Verschlüssen von Venen, auch Thrombosen genannt und Verschlüsse von Arterien. |
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Diese können zu einer Einblutung in den Glaskörper mit einer weiteren Verschlechterung des Sehens führen. Auch Netzhautschwellungen (Netzhautödeme) oder gar ein Grüner Star können das Sehvermögen weiter beeinträchtigen. Was ist die Ursache ?Zu dickes Blut bei Leukämie, Veränderungen der Gefäßwände durch die Zuckerkrankheit, Druck auf die Venen durch hohen Augeninnendruck (15% der Fälle) und in 75 % der Fälle ein zu hoher Blutdruck. Im Fall des hohen Blutdrucks drückt an einer Kreuzung Arterie und Vene, die pralle Arterie die Vene ab und es kommt zu Stau und Blutgerinnung, also einer Thrombose. Wie merke ich das ?Bei geringer Ausdehnung (Venenastverschluss, siehe obiges Bild) der betroffenen Netzhautfläche merke ich evtl. nichts oder habe nur den Eindruck irgendwo “fehlt ein Stück” nach der Seite. Bei starker Ausdehn- ung ist die obere oder untere Hälfte des Gesichtsfeldes (Hemizentralvenenverschluss) bzw. sogar das ganze Gesichtsfeld ( Zentralvenenverschluss) an einem Auge stark im Sehen eingeschränkt. Die oben erwähnten Komplikationen können nach Monaten zu weiteren Sehverschlechterungen oder zu starken Schmerzen führen. Was kann man tun ?Tritt eine plötzliche Sehverschlechterung auf, sollte man ja prinzipiell gleich zum Augenarzt gehen (siehe auch unter Beschwerden). Es wird versucht durch Blutverdünnung die Folgen zu dämpfen. Eine Erholung des Sehens tritt jedoch - wenn überhaupt - nur sehr langsam und kaum je vollständig ein. Das einzige Verfahren - mit dem aber noch keine langen Erfahrungen vorliegen - das bisher nachgewiesenermaßen Sehverbesserun- gen erzielen konnte, ist die Radiäre Optikoneurotomie, kurz RON. Hierbei werden bei Zentralvenenthrom- bosen in einer aufwendigen Operation (Vitrektomie) im Auge am Sehnervenkopf kleine Schnitte durchge- führt, die die Durchblutung fördern sollen. Weitergehende Verfahren mit Gabe von Blutgerinnsel auflösenden (tPA), abschwellenden (Kortison als Triamcinolon oder Dexamethason) oder Gefäßwucherungen bremsenden Substanzen (VEGF-Inhibitoren) in das Auge, sind nur in speziellen Fällen (z.B. bei zentralen Netzhautschwellungen = Makulaödem) aber nicht generell geeignet. Ganz neu (seit Mitte 2010) ist ein Implantat in das Auge das gleichmäßig über Monate Kortison abgibt und bei guter Wirksamkeit gegen zentrale Netzhautschwellungen nebenwirkungsärmer ist, als andere bisher verwendete Anwendungsformen. Seit langem anerkannt ist die Laserbehandlung der Netzhaut zur Verhütung von Blutungen in das Auge und eines Grünen Stars im weiteren Verlauf . Dieser durch Gefäßwucherungen entstehende Grüne Star (Neo- vaskularisationsglaukom) ist die häufigste Ursache in der westlichen Welt, ein Auge entfernen (Enukleation) zu müssen ! Verschlüsse von Arterien:Verschlüsse von Arterien sind aus Patientensicht noch dramatischer. Hier ist es quasi so als wenn jemand “plötzlich das Licht ausmacht”. Was passiert da ?Es tritt eine akute Verstopfung einer Blut und Sauerstoff zuführenden Arterie zum Auge auf. Vergleichbar der Situation am Herzen beim Herzinfarkt, erleidet die Netzhaut einen Infarkt, d.h. sie stellt ihre Funktion aufgrund von Sauerstoffmangel ein. Dauert der Verschluß der Arterie mehrere Stunden und ist komplett, stirbt die Netzhaut ab. Glücklicherweise ist er häufig nicht komplett. Was ist die Ursache ?Häufigster Grund ist eine Embolie. Das bedeutet ein kleines “Klümpchen” im Blut (ein Embolus) verstopft ein Gefäß im Auge. Herkunft ist entweder ein erkranktes Herz mit Herzklappenfehlern bzw. Rhythmusstörungen oder Wandbeschichtungen (z.B. Cholesterin oder Kalk) der Halsgefäße, die sich lösen und mit dem Blut nach oben ins Auge geschwemmt werden und dort dann das Blutgefäß verstopfen. Würden die “Klümpchen” übri- gens nicht im Auge “hängen bleiben”, blieben sie letztendlich im Gehirn stecken und dies könnte einen Schlaganfall bedeuten. Wie merke ich das ?Plötzlich schiebt sich ein Vorhang vor einen Teil (Arterienastverschluß) oder das ganze Gesichtsfeld (Zen- tralarterienverschluß). Vor allem im letzteren Fall ist es “als wenn einer das Licht ausschaltet”. Der Vorgang ist schmerzlos und dauerhaft. Das Sehvermögen ist stark eingeschränkt. Manchmal kann es sich mit der Zeit noch leicht verbessern. Handelt es sich nur um eine kurzfristige Verstopfung, die sich nach ca. 10 Minuten wieder auflöst, spricht man von “ Amaurosis fugax”. Letztere ist ein Warnsymptom für eine Schlaganfallge- fährdung und ein Grund genauere Ursachenforschung zu betreiben. Was kann man tun ?Bei Warnsymptomen wie der Amaurosis fugax die Ursache finden und vorbeugen durch Behandlung dersel- ben wenn möglich. Das heißt, den Blutdruck einstellen, die Herzrhythmusstörungen behandeln, evt. das Blut verdünnen, evtl. die verstopften Halsgefäße frei operieren. Ist der Verschluß dauerhaft, ist nur innerhalb von 48 Stunden noch etwas Sehvermögen zu retten, wenn der Verschluß nicht komplett war. Eine sofortige Einlieferung in eine Augenklinik oder Augenstation ist notwen- dig. Dort wird der Druck im Auge medikamentös und operativ gesenkt, eine Massage des Auges durchge- führt und spezielle Sauerstoffmischungen zum Atmen gegeben. Die Ergebnisse sind was das Sehvermögen angeht jedoch schlecht. Vorbeugung ist also oberstes Gebot. (Stand 09.07.2010) |