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Die Industrie “scheut keine Kosten und Mühe” um uns immer wieder wunderbare neue Geräte für Diagnostik und Therapie zur Verfügung zu stellen. Die Verwendbarkeit aller Geräte bei jedem Augenarzt und jedem Pa- tienten scheitert leider an den finanziellen Möglichkeiten des Gesundheitssystems. Es ist auch sicher nicht notwendig jedes Spezialgerät für die wenigen Fälle, für die man es braucht, überall zur Verfügung zu halten. Da macht es dann schon Sinn, den Patienten in ein entsprechendes Zentrum oder eine Universitätsklinik zu schicken. Im folgenden gehe ich daher auch nur auf einige Geräte und ihren Anwendungsbereich ein, die sinnvoll sind und auch häufiger genutzt werden. Es handelt sich dabei um das OCT, das GDxVCC, das HRT, die Messung der Hornhautdicke und die Hornhauttopographie. Das OCT:Der Augenarzt kann die Dicke der mehrschichtigen Netzhaut im hinteren Augenabschnitt mit den herkömmli- chen Verfahren (z.B. Ultraschall) nicht genau messen. Durch die Optische Kohärenztomographie (OCT)-Technik ist dies aber heutzutage in einer kurzen Untersuchungszeit völlig unschädlich und ohne Berührung des Auges möglich. |
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Für die Diagnostik folgender Augenerrankungen kann die OCT-Technik hilfreich sein: Makuladegeneration:Bei der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) kommt es zu einer Dickenzunahme, die sehr genau mit der OCT gemessen werden kann. Man sieht genau, in welcher Schicht diese Dickenzunahme oer Flüssigkeitseinlaerung erfolgt. Diese Information ist in bestimmten Stadien der feuchten AMD hilfreich als ergänzende Information zu den anderen erhobenen Befunden. In der Nachbetreuung der Behandlung der Makulopathie durch intravitreale Injektionen (s.Behandlung der Makulopathie) ist sie zur Entscheidungs- findung, ob erneut gespritzt werden muß, unverzichtbar geworden und kann dann häufig die gefährlichere Angiographie ersetzen. Sie zeigt sozusagen ob die “feuchte” Makulopathie wieder “trocken” ist und zunächst keine weitere Behandlung notwendig ist. Diabetische Retinopathie:Bei dieser Erkrankung kann es neben einer Durchblutungsstörung zu einer Flüssigkeitseinlagerung in die Netzhaut kommen. Betrifft dies die Mitte der Netzhaut, spricht man von Makulaödem. Eine sehr genaue, nicht invasive Methode, die Menge der Flüssigkeit und die genaue Lokalisation zu messen, ist die OCT. Dies kann hilfreich sein vor bestimmten Augenoperationen und zur Kontrolle nach dem Eingriff. Zur Erstdiagnostik ist jedoch die Angiographie unersetzlich. Andere Netzhauterkrankungen:Bei anderen Erkrankungen der Netzhautmitte (z.B. Makulaforamen oder Zellophanmakulopathie) kann die OCT wichtige Informationen darüber liefern, ob ein operativer Eingriff angezeigt ist. |
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machen die OCT für viele Erkrankungen der Netzhaut und des Sehnervs zu einer wichtigen diagnostischen Methode. Bei den häufigsten Ursachen für die Verschlechterung der Sehfähigkeit ist hiermit eine nicht invasive (invasiv heißt in den Körper hineingehen z.B. durch Injektionen), exakte Diagnostik und Verlaufs- kontrolle erleichtert. Derzeit ist jedoch - noch - zur Beurteilung des Grünen Stars - aufgrund besserer Software - das HRT und das GDx besser geeignet (näheres s.u.). Näheres zum OCT siehe unter OCT. Neuere Glaukomdiagnostik:In der Früherkennung des grünen Stars (des Glaukoms) gab es bis vor einigen Jahren nur die Möglichkeit den Sehnerv mit der Lupe bei der Netzhautuntersuchung zu beurteilen, das Gesichtsfeld zu untersuchen und den Druck zu messen. Traten hier Auffälligkeiten auf, waren bereits bis zu 50 % der Nervenfasern ge- schädigt. Die Suche nach Früherkennung von glaukombedingten Gewebsschäden im Auge führte unter an- derem zum derzeit eingesetzten GDxVCC, einem Gerät mit dem beschädigte Nervenfasern mittels der so- genannten Nervenfaserpolarimetrie erkannt werden können und dem HRT, einem Gerät, daß den Sehner- venkopf vermißt und kleinste Veränderungen im Verlauf feststellt. Wenngleich mit diesen Geräten eine deut- lich frühere und sicherere Erkennung des grünen Stars möglich ist, sind auch sie noch keine Garantie für eine sichere und frühere Diagnose. Es gibt Ausnahmefälle, in denen der Arzt alle weiteren Befunde zur Diagnose heranziehen muß um eine klare Aussage treffen zu können. Eine Diagnose auf Knopfdruck ist also nach wie vor nicht möglich. Weiterhin sind diese Geräte ein weiteres Beispiel für die derzeitige Tendenz Maschinen zu konstruieren, die “untersucherunabhängig” sind, sprich das Gerät dokumentiert scheinbar “objektiv” den Befund, unabhängig vom Ausbildungsstand und Erfahrungshorizont des Untersuchers. Der Glaube “Knopfdruckdiagnostik” zu be- kommen, wird allerdings durch die nach wie vor vorhandenen Irrtümer der Geräte erschüttert. Dies ist jedoch kein Argument gegen diese Geräte, die gerade in der Verlaufskontrolle und Früherkennung von Sehnerven- schäden sehr gute Dienste leisten können. Einstweilen geht noch nichts über einen erfahrenen Untersucher, der unter Berücksichtigung aller Befunde zu einer Diagnose kommt und dem Patienten mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein weiteres Problem, ist der Preis dieser Geräte, deren Anwendung von den gesetzlichen Kran- kenkassen nicht bezahlt wird, so daß entsprechende Untersuchungen aus der eigenen Tasche beglichen werden müssen. Die Vermessung der Hornhautdicke (Pachymetrie):Die Hornhautdickenmessung ist vor bestimmten Hornhauteingriffen (LASIK) notwendig. Weiterhin hat sie Bedeutung gewonnen in der Messung des Augeninnendrucks. Bei Patienten mit ungewöhnlicher Hornhaut- dicke muß nämlich der mittels Applanationstonometer gemessene Augeninnendruckwert korrigiert wer- den. Etwas weniger fehleranfällig bei ungewöhnlichen Hornhautdicken ist die Dynamische Konturtono- metrie. Ein anderes Meßverfahren für den Augendruck. Hornhauttopographie:Hier wird die Brechungseigenschaft und die Wölbung der Hornhaut in ihrer gesamten Fläche gemessen und optisch dargestellt. Vor operativen Eingriffen an der Hornhaut zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten aber auch zur Abklärung von unklaren Sehfehlern (irregulärer Astigmatismus) ist dies notwendig. (Stand 14.07.2011) |