Wie funktioniert die Untersuchung der Netzhaut ?

Zuerst bekommt man Augentropfen um die Pupille zu erweitern (siehe weite Pupille rechts im Bild). Dies ist notwendig, da man in das Auge hinein- leuchten muß und bei - im hellen Licht naturgemäß - enger Pupille, es sonst so ist, als wenn man durch ein Schlüsselloch schaut und das ganze Wohn- zimmer beschreiben soll. Ist die “Tür offen” (Pupille weit) gelingt dies natürlich besser.

weite Pupille
Die Untersuchung der Netzhaut

Dann wird mit einer hellen Lampe ins Auge geleuchtet (siehe Bild links) und mit einer Lupe und einer speziellen Optik das entstehende Bild betrachtet .Dies nennt man Ophthalmosko- pie . Anschließend ist der Patient ür einige Stunden nicht fahr- tüchtig und sollte daher nicht selbst wieder nach Hause fahren. Eine andere Technik die Netzhaut zu betrachten ist die, mit ei- ner Spaltlampe und einem Kontaktglas. Dabei wird unter dem Schutz eines Gels und bei Betäubung der Augenober- fläche durch Tropfen, ein Lupenglas (sogenanntes Kontaktglas) direkt auf das Auge gesetzt. Dies ist etwas unangenehmer für den Patienten aber zur Beurteilung sehr feiner Veränderungen, vor allem am äußeren Rand der Netzhaut, eventuell ergänzend notwendig.

Was kann man da erkennen ?

  • Den Kopf des Sehnerven (die sogenannte Papille) und ob er beschädigt ist, z.B. beim grünen Star, bestimmten Sehnervenerkrankungen oder bei Hirntumoren.
  • Die Blutgefäße und ihre Veränderungen, z.B. durch Zucker, hohen Blutdruck, Thrombosen.
  • Netzhauterkrankungen allgemein
  • Die Makula und ihre Beschädigungen durch Alterung, Gifte, Erkrankungen (Makulopathie z.B.) und Verletzungen
  • Das Anliegen der Netzhaut sollte bei Patienten mit starker Kurzsichtigkeit alle 2 Jahre überprüft wer- den -> siehe auch Netzhautablösung
  • Mechanische Schäden der Netzhaut durch Verletzungen und Strukturveränderungen (z.B. Einriße und Netzhautlöcher bei starker Kurzsichtigkeit) mit der Gefahr der Netzhautablösung
  • Das Vorliegen von Tumoren oder Metastasen im Auge bzw. beobachungsbedürftigen Veränderungen wie einem “Leberfleck” im Auge, dem sogenannten Aderhautnävus (Bild siehe unten)
  • Schwerwiegende Entzündungen des Augeninneren (z.B. Uveitis)

Wie sieht das aus ?

Rechts sehen Sie eine normale Netzhaut, wie sie sich darstellt wenn man mit dem Ophthalmoskop hineinleuchtet. Auffällig und eben doch nicht normal ist der dunkle Fleck unten links. Hierbei handelt es sich um eine gutartige Ansammlung von Pigmenten (dunkle Farbstoffe -> Melanin), man nennt das Aderhautnävus. Im Prinzip ist es das gleiche wie der bekannte “Leberfleck” auf der Haut. Hier kann man bloß leider nicht zum Patienten sagen: “Komm halt wieder wenn er sich verändert”. Deswegen sollte so ein Aderhautnävus regelmäßig kontrolliert werden, da er in seltenen Fällen bösartig (Ader- hautmelanom) werden kann.

Der etwas dunklere Bereich im Zentrum der Bildes und damit der Netzhaut gehört zur Makula und ist normal. Eine Beschreibung der sichtbaren Bestand- teile der Netzhaut bei dieser Untersuchung finden Sie HIER (Bitte anklicken).

(Stand 01.05.2010)

Aderhautnävus