Wie funktioniert die Untersuchung der Netzhaut ?

Zuerst bekommt man Augentropfen um die Pupille zu erweitern (siehe weite Pupille rechts im Bild). Dies ist notwendig, da man in das Auge hineinleuch- ten muß und bei - im hellen Licht naturgemäß - enger Pupille, es sonst so ist, als wenn man durch ein Schlüsselloch schaut und “das ganze Wohnzimmer beschreiben soll”. Ist die “Tür offen” (Pupille weit) ge- lingt dies natürlich besser. Man spricht von Weit- stellung oder auch “medikamentöser Mydriasis”.

weite Pupille
Die Untersuchung der Netzhaut

Dann wird mit einer hellen Lampe ins Auge geleuchtet (siehe Bild links) und mit einer Lupe und einer speziellen Optik das entstehende Bild betrachtet .Dies nennt man Netzhautspie- gelung oder Ophthalmoskopie (griechisch: In das Auge schauen). Anschließend ist man für 1-2 Stunden nicht fahr- tüchtig und sollte daher nicht selbst wieder nach Hause fahren.

 Eine andere Technik die Netzhaut zu betrachten ist die, mit ei- ner Spaltlampe und einem Kontaktglas. Dabei wird unter dem Schutz eines Gels und bei Betäubung der Augenober- fläche durch Tropfen, ein Lupenglas (sogenanntes Kontaktglas) direkt auf das Auge gesetzt. Dies ist etwas unangenehmer für den Patienten aber zur Beurteilung sehr feiner Veränderungen, vor allem am äußeren Rand der Netzhaut (z.B. bei Kurz- sichtigkeit), eventuell ergänzend notwendig.

Ein neueres Gerät (Optomap®), bei dem bei enger Pupille die Netzhaut zu 80% - also fast komplett - mit einem Laser optisch abgetastet und dann ein Superweitwinkelphoto errechnet wird, erspart einem das Weit- tropfen und man bleibt fahrtüchtig. Nachteil ist die nicht ganz komplette Erfassung der Netzhaut und der Preis, denn diese Untersuchung wird nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen (sogenannte IGEL-Leistung) , da die oberen Untersuchungen preiswerter und vollständiger sind. Vor allem die fehlende Dreidimensionalität des Bildes ermöglicht bei bestimmten Veränderungen wie Netzhautschwellungen, Netzhautlöchern und Glaskörperproblemen (Traktionen) nicht die gleiche Genauigkeit wie die Netzhautspiegelung. Letztere ist daher immer noch der Goldstandard und Pficht bei kritischen Fällen. Dafür ist so ein ein Photo zur Verlaufs- beobachtung vieler Veränderungen hilfreicher (Photo siehe auf der Seite Netzhautbild).

Was kann man bei der Netzhautspiegelung erkennen ?

  • Den Kopf des Sehnerven (die sogenannte Papille) und ob er beschädigt ist, z.B. beim grünen Star, bestimmten Sehnervenerkrankungen oder bei Hirntumoren.
  • Die Blutgefäße und ihre Veränderungen, z.B. durch Zucker, hohen Blutdruck, Thrombosen.
  • Netzhauterkrankungen allgemein
  • Die Makula und ihre Beschädigungen durch Alterung, Gifte, Erkrankungen (Makulopathie z.B.) und Verletzungen
  • Das Anliegen der Netzhaut sollte bei Patienten mit starker Kurzsichtigkeit alle 2 Jahre überprüft wer- den -> siehe auch Netzhautablösung
  • Mechanische Schäden der Netzhaut durch Verletzungen und Strukturveränderungen (z.B. Einriße und Netzhautlöcher bei starker Kurzsichtigkeit) mit der Gefahr der Netzhautablösung
  • Das Vorliegen von Tumoren oder Metastasen im Auge bzw. beobachungsbedürftigen Veränderungen wie einem “Leberfleck” im Auge, dem sogenannten Aderhautnävus (Bild siehe unten)
  • Schwerwiegende Entzündungen des Augeninneren (z.B. Uveitis)

Wie sieht das aus ?

Rechts sehen Sie eine normale Netzhaut, wie sie sich darstellt wenn man mit dem Ophthalmoskop (das Gerät, das man zur Ophthalmoslopie verwen- det) geradewegs in das Auge hineinleuchtet.

Auffällig und eben doch nicht normal ist der dunkle Fleck unten links. Hierbei handelt es sich um eine gutartige Ansammlung von Pigmenten (dunkle Farbstoffe -> Melanin), man nennt das Aderhaut- nävus. Im Prinzip ist es das gleiche wie der be- kannte “Leberfleck” auf der Haut. Hier kann man bloß leider nicht zum Patienten sagen: “Komm halt wieder wenn er sich verändert”. Deswegen sollte so ein Aderhautnävus regelmäßig kontrolliert werden, da er in seltenen Fällen bösartig (Aderhautmela- nom) werden kann.

Der etwas dunklere Bereich im Zentrum der Bildes

Aderhautnävus im Netzhautbild

und damit der Netzhaut gehört zur Makula und ist normal. Der äußere Bereich der Netzhaut, die sogenannte Peripherie, von der z.B. Netzhautablösungen ausgehen können, ist so nicht zu sehen und wird durch schrägen Einblick dargestellt. Eine Beschreibung der sichtbaren Bestandteile der Netzhaut bei dieser Unter- suchung finden Sie HIER (Bitte anklicken).

Gibt es andere Methoden der Netzhautuntersuchung ?

Neben der obigen “Grunduntersuchung” gibt es natürlich für spezielle Fragestellungen weitere Geräte. Zur weiteren Netzhautbeurteilung am häufigsten angewendet wird die Angiographie und das OCT

(Stand 08.01.2012)