Ich sehe schwarze bewegliche Flecken und Schwaden. Was ist das und was kann man tun ?

Was ist die häufigste Ursache für das Sehen von beweglichen Flecken ?

Wandernde schwarze Punkte, Spinnennetze, kleine Fusel, Felder mit scharfen Konturen, trübe Wölkchen, zusammenfassend auch “fliegende Mücken” oder “ Mouches volantes” genannt, die man vor allem vor einem hellen gleichmäßigen Hintergrund (blauer Himmel, weiße Wand, Schneefläche) erkennt, sind meist harmlose Glaskörpertrübungen (siehe auch Erfahrungsbericht eines Betroffenen unten auf der Seite). Teilweise sind sie tageszeitabhängig stärker sichtbar oder störender im Blickfeld. Sie können auch plötzlich in großen Schwärmen auftreten, sehr beunruhigend und seheinschränkend sein und nach Wochen wieder nachlassen oder gar verschwinden.

Glaskörpertrübungen im Blickfeld

Die Ursache sind altersbedingte Strukturveränderungen (Degeneration) im durchsichtigen Gelee, der das Auge ausfüllt, dem Glaskörper. Dies ist eine normale Entwicklung, die jeder durchmacht und bei kurzsichtigen Augen noch früher als bei anderen auftritt. Bei entsprechender Beleuchtung des Auges sieht man sie plötzlich - vergleichbar aufgewirbelten Staub im Lichtkegel der Taschenlampe oder der durchs Fenster scheinenden Sonne. In der Regel sind sie völlig ungefährlich und können auch leider nicht problemlos entfernt werden. Da das Sehen im Bereich dieser Veränderungen schlechter/getrübt ist, nennt man sie Glaskörpertrübungen. Je zentraler sie liegen und je näher sie der Netzhaut sind, desto störender sind sie. Es gibt zahlreiche Zeichnungen von Betroffenen, teilweise sogar in mittelalterlichen Büchern und moderne Photomontagen oder sogar Videos (siehe z.B. auf “youtube”: Eyefloaters oder auch die englischsprachige Seite http://www.floatershell.com/ von der auch das oben stehende Bild entnommen ist). Beschrieben werden sie von den Betroffenen als Fusel, fliegende Mücken oder Amöben wie unter dem Mikroskop. Typisch ist die nachschwingende Mitbewegung bei Augenbewegungen. Manchmal sind auch größere Strukturen dabei, sie sind subjektiv noch auffälliger und störender. (Details hierzu unter Netzhautablösungen).

Im englischen Sprachraum werden die verschiedenen Formen der Glaskörpertrübung unter dem Begriff “Floater” zusammengefasst. Neben den wolkigen und fadenförmigen Gebilden gibt es auch eine besondere Form, den Weiss-Ring-Floater (auch Martegiani Ring genannt). Er tritt auf, wenn sich der Glaskörper von der Netzhaut - mit der er in jungen Jahren verbunden ist - ablöst (Glaskörperabhebung s.u. Lichtblitze) und dabei etwas Gewebe um den Sehnervenkopf herum mitnimmt. Dann schwimmt ein ringförmiges Gebilde in der Optik herum und kann für eine Weile sehr irritierend sein (rechts im Bild).

Weiss-Ring-Floater

Können auch gefährliche Gründe dahinterstecken ?

Manchmal jedoch, sind diese Eindrücke Begleiterscheinungen schwerwiegenderer Veränderungen. Es können auch Blutungen die Ursache sein oder bei plötzlichen auftretenden stärkeren Schrumpfungsprozessen des Glaskörpers Schäden in der Netzhaut auftreten, die zu einer Netzhautablösung führen können. Daher ist eine augenärztliche Untersuchung mit Spiegelung des Augenhintergrundes bei plötzlich auftretenden Veränderungen immer sinnvoll. Bedenklich sind vor allem Trübungen, die man auch als “Rußregen” bezeichnet. Man sieht dann viele große schwarze Punkte, die langsam nach oben wandern. Hier hat es dann meist eine Einblutung in den Glaskörper durch ein eingerissenes Blutgefäß gegeben. Dies kann bei fortgeschrittenen Veränderungen durch die Zuckererkrankung vorkommen oder aber es handelt sich um eine “symptomatische Glaskörperabhebung” mit plötzlichen dicken Schwaden im Gesichtsfeld oder zusätzlichen hellen Blitzen(näheres dazu unter Lichtblitze).

Womit kann man das verwechseln ?

Zu unterscheiden sind diese Veränderungen auch von größeren Flecken oder Schatten, die in das Blickfeld kommen, eventuell. zunehmen, d.h. größer werden, teilweise nicht beweglich und manchmal bleibend sind. Man spricht dann von Gesichtsfeldausfällen. Hier kann es sich von der vorübergehenden meist kreislaufbedingten Durchblutungsstörung oder der Migräne mit Aura bis zu dauerhaften Netzhautschäden durch eine Makulopathie oder Gefäßverschlüsse oder aber eine Netzhautablösung, um viele verschiedene Ursachen handeln.

Gibt es auch exotischere Erklärungen ?

Auf der folgenden Seite (http://www.mouches-volantes.com/intro/introset.htm) führt der Autor folgendes aus:

“Mouches volantes sind erste Erscheinungen einer leuchtenden Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem geistigen Ursprung zurücklegen. Diesen Weg können wir sehen und erleben. Die Punkte und Fäden haben daher als Konzentrations- und Meditationsobjekt eine Schlüsselposition in unserer Bewusstseinsentwicklung.”

Dies lasse ich mal kommentarlos so stehen.

Erfahrungsbericht eines von Glaskörpertrübungen Betroffenen:

Ich bin 47 Jahre alt und habe, seit ich ungefähr 16 Jahre alt bin, in meinem Sehfeld permanent Punkte und Striche, die mich in meiner Sehfähigkeit nicht groß beeinträchtigen. Bei geöffneten Augen sind die einzelnen Konturen der kleineren Flächen bemerkbar. Wenn ich die Augen zusammenkneife, sehe ich deutlich Punkte und Linien, sowie einzelne verschwommene Felder.

Was kann man tun ?

Leider nicht viel. Die normalen Glaskörperveränderungen (Degeneration, Galskörperabhebung) sind nicht sinnvoll therapierbar. Man muß sich einfach dran gewöhnen, d.h. nicht so drauf achten, es einfach vergessen. Vor allem in Stressituationen, wenn das Gehirn den Seheindruck der Flecken nicht so gut ausblenden kann, können sie recht nervig sein und wenn man einmal weiß wo die Trübung sitzt, kann man sozusagen “vollautomatisch” darauf scharf stellen. Durch weitere Alterung und Schrumpfung des Glaskörpers wandern sie mit der Zeit sowieso aus dem Zentrum und von der Netzhaut weg, werden unauffälliger und man vergisst sie.

Bei diesen harmlosen Altersveränderungen sollte man keine Glaskörperentfernung durchführen lassen. Dies behebt zwar das optische Problem zunächst aber jeder zehnte Patient erleidet nach der Operation eine Netzhautablösung. Dieses Risiko ist unverhältnismäßig im Vergleich zu den Beschwerden und sollte auf keinen Fall eingegangen werden. Die meisten Glaskörperchirurgen lehnen diese Operation daher auch ab.

Das im Internet empfohlene Zerschießen der Trübungen mit dem Laser ist leider auch keine wirklich erfolgversprechende Lösung. Es geht überhaupt nur bei Verdichtungen, die nicht zu nah an der Netzhaut oder der Linse sitzen, ganz weg sind sie dann auch nicht, es muß privat bezahlt werden und es gibt bisher keine Studien darüber, was dieses Zersprengen mit einem speziellen Laser im Glaskörper womöglich als Nebenwirkung hat.

Tabletten dagegen, die die Verdichtungen auflösen sollen, werden angeboten, haben aber bisher ihre Wirkung nicht nachweisen können.

Die Veränderungen dagegen, die bei Netzhautablösungen, Glaskörperblutungen und dergleichen auftreten, werden natürliche operativ behandelt, um größeren Schaden abzuwenden. Siehe auch unter Glaskörperchirurgie.

(Stand 03.06.2016)