Was ist der Blutdruck ?

Es handelt sich um den Druck, der vom Herzen in Zusammenarbeit mit den elastischen Blutgefäßwänden und den sie umgebenden Muskeln in den Blutgefäßen hervorgerufen wird. Er sollte in einem gewissen Rahmen bleiben. Laut Hochdruckliga (www.paritaet.org/RR-Liga/indexv4.htm) liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Von Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) spricht man, wenn der Druck in den Arterien krankhaft über einen oberen (systolischen) Wert von über 140 mmHg und einen unteren (dia- stolischen) Wert von 85 mmHg gesteigert ist. Ist er zu niedrig ist man wenig leistungsfähig, sieht ver- schwommen (Sehverschlechterung) oder einem wird gar “schwarz vor den Augen”. Ist er zu hoch, kommt es zu Schäden an den Blutgefäßen bis zum Herzinfarkt und zum Schlaganfall. Das Problem dabei ist, daß man einen zu hohen Blutdruck meist nicht merkt. Trotz Aufklärung wissen die Hälfte der Bluthochdruck- kranken nicht, dass ihre Blutdruckwerte zu hoch sind. Er ist gleichzeitig die häufigste chronische Erkrank- ung. Unterschieden werden der “primäre” und der “sekundäre” Bluthochdruck. Der sekundäre Bluthoch- druck hat einen Anteil von 10% und ist vor allem durch Nieren-, Hormon- und Herzprobleme verursacht, die zuerst behandelt werden müssen. Die Ursache des primären Bluthochdrucks (essentielle Hypertonie) ist unbekannt. Er ist für 90% aller Hypertonien verantwortlich. Er betrifft 25-35% der erwachsenen Bevölkerung und kommt jenseits des 50. Lebensjahres bei ungefähr 50% und jenseits des 70. Lebensjahres bei 60-70% vor. Bei Männern tritt die Erkrankung früher auf und geht schneller in schwerere Stadien über.

Welche Beschwerden macht der hohe Blutdruck ?

Leider fällt den meisten Betroffenen nichts auf, bis eine ernsthafte Folgeerkrankung auftritt. Grund sind die unklaren Beschwerden bei denen nicht gleich an hohen Blutdruck gedacht wird. Hinweise auf einen erhöhten Blutdruck können sein: Schwindelgefühle, Kopfschmerz, Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Nervosität.

Plötzlich auftretende sehr starke Blutdruckerhöhungen können zu einer so genannten hypertensiven Krise führen. Folgende Symptome können dabei auftreten: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Taubheitsgefühl oder Ausfall der Durchblutung in Händen und Füßen, Nasenbluten, schwere Atemnot oder Gefühl der Herz- enge (Angina pectoris). Die hypertensive Krise ist ein Notfall und muß unverzüglich ärztlich behandelt werden, da sonst Schlaganfall und evt. Tod drohen.

Was macht der Bluthochdruck im Körper ?

Der chronische Bluthochdruck führt zu Blutgefäßschäden (Gefäßwand-”verkalkung” = Arteriosklerose) mit daraus entstehenden Schäden der Organe im ganzen Körper, die bei stärkerer Ausprägung, insbesondere in Kombination mit anderen gefäßschädigenden Krankheiten (z.B. Zucker, hoher Cholesterinspiegel, Rau- chen) bis zum Schlaganfall (auch Herzschwäche und Probleme mit den Herzkranzgefäßen mit der Folge eines Herzinfarktes können entstehen) im Allgemeinen aber auch zur Erblindung im Speziellen Fall des Auges führen können. Die Lebenserwartung sinkt mit steigendem Blutdruck. Gefäß- und Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen der westlichen Welt. Etwa 43% aller Todesfälle bei Männern und mehr als 50% aller Todesfälle bei Frauen in Deutschland sind Folge eines hohen Blutdrucks; insgesamt mehr als 400.000 Todesfälle jährlich. Das Hauptproblem ist, daß die Hälfte der Bluthochdruckkranken nichts von ihrer Krankheit wissen und je nach Literaturquelle 15-30% der bekannten Hochdruckkranken nicht aus- reichend - d.h. unter 140/90mmHg - eingestellt sind.

Links im Bild ist die Netzhaut gezeigt, wie man sie bei der Fundusuntersuchung sieht. Die dunklen Gefäße sind die Venen, die das Blut aus dem Au- ge hinaustransportieren. Die hellen Gefäße sind die Arterien, die das Blut in das Auge hineintrans- portieren. An manchenStellen (Kreis) kreuzen sie sich. Ist der Druck in den Arterien sehr hoch (hoher Blutdruck) quetschen die Arterien die Venen an solchen Stellen ab. Dies ist zum einen ein Beweis für hohen Blutdruck und bedeutet aber auch, daß sich das Blut hier so stauen kann, daß es zu ei- nem Gefäßverschluß, einer Thrombose kommt.

Was macht der Bluthochdruck im Auge ?

Direkte Schäden am Auge selbst (Einblutungen und Schwellungen der Netzhaut), womöglich mit dauerhaften Sehschäden, werden nur bei sehr hohem Blutdruck angerichtet. Durch den sehr häufigen mittelhohen Blut- hochdruck werden jedoch langfristig die kleinen Blutgefäße geschädigt, ihre Wände verändern sich und die Sauerstoffversorgung des Gewebes verschlechtert sich. So kann es z.B. zu einem Absterben des Sehnerven kommen (siehe Sehnervenerkrankungen) Weiterhin steigt das Risiko für Gefäßverschlüsse (Thrombo- sen) im Auge deutlich. Diese können das Auge so stark schädigen, daß praktisch eine Erblindung vorliegt. Auch ein grüner Star als Folgeerkrankung kommt vor. Solche Verschlüsse merkt der Patient durch einen plötzlichen Sehabfall und sollte dann einen Augenarzt aufsuchen um die genaue Ursache und die weiteren Behandlungsschritte abklären zu lassen. Im Sinne einer frühern Behandlung - vor der Entstehung solcher “Katastrophen” - ist das Erkennen der feinen Frühveränderungen der Blutgefäße (siehe Bild oben) sehr wichtig.

Welche Bedeutung hat die augenärztliche Kontrolle hier ?

Das Auge ist die einzige Stelle im Körper, an der man den Zustand der feinsten Blutgefäße begutachten kann. Dies ist bei der sogenannten Fundusuntersuchung (der Spiegelung des Augenhintergrundes) mög- lich. Auch Arterienverkalkung ist hier z.B. erkennbar. Mehr als für den Augenarzt, hat das Ergebnis der Unter- suchung des Augenhintergrundes für den Facharzt für Innere Medizin und den Allgemeinmediziner Bedeu- tung, insofern als er einen Eindruck von der Blutgefäßsituation des Körpers gewinnt, die Dauer der Grunder- krankung beurteilt werden kann und die Dringlichkeit einer Einstellung des Bluthochdrucks deutlich wird. Je nach Ausmaß der blutdruckbedingten Gefäßschädigung werden 4 Stadien des sogenannten Fundus hyper- tonicus unterschieden. Stadium I-II ist noch relativ harmlos und bei Stadium II-IV besteht schon höchste Gefahr für den Patienten. Neuerdings gibt es auch computergestützte Verfahren um anhand der Blutgefäß- situation das Risiko eines Schlaganfalls vorauszusagen (Stichwort “Talking Eyes”). Die Aussagekraft ist jedoch durchaus umstritten. In den Frühstadien lassen sich z.B. nur durch Altersveränderungen bedingte Zustände nicht so recht von rein durch hohen Blutdruck verursachten unterscheiden.

Was kann ich selbst tun ?

Eine ideale Einstellung des Blutdrucks über den ganzen Tag ist sehr wichtig. Nicht nur zu hoher, sondern auch zu niedriger Blutdruck ist schädlich. Insofern ist auch bei laufender medikamentöser Therapie eine Selbstkontrolle des Blutdrucks zu verschiedenen Tageszeiten notwendig. Vielleicht ist ja die Medikation auch zu stark ! Die Meßergebnisse sollten dann mit dem betreuenden Arzt besprochen werden. Durch regel- mäßigen Ausdauersport (mindestens 3mal die Woche eine Stunde) kann ich den Blutdruck senken. Auto- genes Training und andere Entspannungsverfahren helfen in Krisensituationen ruhiger zu bleiben. Die Ernährung sollte nicht zu salzhaltig sein. Übergewicht verschlimmert die Situation, daher sollte ein Normal- gewicht angestrebt werden. Weitere gefäßschädigende Erkrankungen (Diabetes, hoher Cholesterin- spiegel) müssen auch behandelt werden.

Bluthochdruck

Empfehlungen zur Therapie und Vorsorge im Internet:

http://www.hochdruckliga.de/ (Seiten der Hochdruckliga), dort auch Telefonhotline mit 06221-588555

(Stand 27.01.2012)